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Varroa

Varroose

Unter Varroose (frühere Bezeichnung Varroatose) versteht man den Befall eines Bienenvolkes mit dem Parasiten varroa destructor (frühere Bezeichnung varroa jacobsoni). Die Krankheit wurde vor 30 Jahren gegen Ende der 70er zum erstenmal beobeachtet. Der Ursprung der Milbe ist Indien. Die dort heimische Biene Apis cerana kommt mit der zurecht.
Varroa destructor ist eine 1,6mm große Milbe die such von der Hämolymphe (dem “Blut”) der Biene, vorzugsweise der Bienenlarve ernährt. Da sich die meisten Milben immer im verdeckelten Stadium der Bienenlarven unter den Zelldeckeln befinden, macht das die Bekämpfung so schwierig. Für die Bekämpfung der Varroose gibt es mittlerweile ein ganzes Bündel biotechnischer und chemischer Verfahren, die man am Besten in Kombination anwendet, um der drohenden und mittlerweile auch schon eigetretenen Resistenz vorzubeugen. Ich beschreibe hier nur die Verfahren, die ich selbst anwende, weil hier bewusst oder unbewusst Hinweise enthalten sind, die nicht immer so deutlich dargestellt sind.:

1. Entnahme von Drohnenbrut als biotechnisches Verfahren und

2. Ameisensäure in der Anwendung mit dem Schwammtuch

In der Broschüre Varroa unter Kontrolle, die heuer (2007) neu aufgelegt und von der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V. herausgegeben wurde, sind alle zur Zeit gebräuchlichen Verfahren beschrieben. Die Broschüre war allen Fachzeitschriften beigelegt. Sie kann auch hier abgerufen werden.

Biotechnisches Verfahren: Ausschneiden der Drohnenbrut

Als wirksames biotechnisches Verfahren, hat sich das Ausschneiden von Drohnenbrut bewährt. Dabei macht man sich den Umstand zu Nutze, dass die Milben bevorzugt die Drohnenbrut befallen. Die Entwicklung der Drohnen dauert drei Tage länger als die Entwicklung der Arbeiterin. Dadurch finden die Milben in der Drohnenbrut günstigere Bedingungen vor, indem sie mehr Nachkommen erzeugen können Man hängt also in jedes Volk ein leeres Rähmchen mit Anfangsstreifen, in dem die Bienen dann in der Regel Drohnenbau errichten. Der Anfangsstreifen dient nur dazu den Bienen zu zeigen wo es lang geht, damit sie nicht auf die Idee kommen die Waben irgendwie quer zum Rähmchen zu bauen. Wenn die Drohnenbrut verdeckelt ist, auf jeden Fall bevor die ersten Drohnen darauf schlüpfen, entnimmt man diese “Varroa-Falle” und entsorgt sie Larven mit den Milben unschädlich. Bei diesem Verfahren sollte man jedoch nicht über das Ziel hinaus schiessen und und jedes Eckchen Drohnenbrut, das man bei der Durchsicht entdeckt ausschneiden. Die Drohnen werden auch gebraucht und zwar nicht nur zum Begatten der Königin. Wenn man alle Drohnen vernichtet stört das auch die Harmonie im Volk. (behaupte ich jetzt einfach mal, ohne eine Quelle angeben zu können, die das belegt). Durch das ausschneiden der eingehängten Drohnenrahmen dezimiert man die Milben hinreichend stark.

Was soll nun mit den ausgeschnittenen Drohnenrahmen geschehen? Sie dürfen keinesfalls im Sommer ins Freie gestellt werden, um sie von Vögeln auspicken zu lassen. Das verstösst schon alleine gegen die Bienenseuchenverordnung. Eine Methode ist die Waben komplett mitsamt der Brut einzuschmelzen. Eine andere Methode ist die Waben zunächst einzufrieren und zwei Stunden später oder am nächsten Tag die Zellen mit einem Messer oder einer alten Entdeckelungsgabel von der Waben abzukrümeln. Das geht ganz gut und es bleibt praktisch eine Mittelwand zurück, die man entweder wieder ins Volk hängen kann oder zur Wachsgewinnung einschmelzen. Die abgekratzten Larven kann man vergraben (z.B. im Kompost) oder sie in der Gefriertuhe aufheben als Vogelfutter für den Winter. Es soll auch noch eine dritte Methode geben, die darin besteht, dass man die Maden leicht anröstet und als Delikatesse verspeist. Sicher sehr gesund un nahrhaft, da viele Proteine enthalten sind, meine Sache ist das aber trotzdem nicht. Egal wie - jedenfalls muß man verhindern, dass Bienen an die toten Larven herankommen.

Ameisensäure mit Schwammtuch

Der Wirkstoff Ameisensäure 60% ad us vet. hat als großen Vorteil gegenüber allen anderen Verfahren, dass sie in die verdeckelten Brutzellen hinein wirkt. In der Anwendung mit Schwammtuch ist sie zudem sehr einfach und wirksam anzuwenden. Die Berichte über Königinnenverluste bei der Anwendung von Ameisensäure kann ich nicht bestätigen. Zum Dosieren eignet sich hervorragend das Perizin-Set. Falls man eine Winterbehandlung mit Perizin durchführt hat man dieses Set üblicherweise. Der reguläre Preis liegt allerdings bei 40€. Es wird aber über das Europäische Föderprogramm zur Varroabekämpfung gefördert, dann wird es erheblich preiswerter. Als Alternative eignet sich auch eine 50ml Injektionsspritze, die man für diesen Zweck über den Imkereibedarfshandel beziehen kann. Dazu gibt es auch Ansaugsets zum Aufschrauben auf die Säureflasche. So kommt man mit der Säure kaum in Berührung. Eine Schutzkleidung aus säurefesten Handschuhen und Schutzbrille ist unbedingt anzuraten, denn die 60% Ameisensäure brennt unheimlich auf der bloßen Haut. Und Augenlicht hat man auch nur eines! Die Dosierung hängt im wesentlichen von der Volksstärke ab. Man rechnet pro besetzter Wabengasse bei einer Zarge 2ml bei zwei Zargen oder bei hohen Zargen 3ml, sodaß man insgesamt auf 20-30ml kommt. Das ist auch die Menge,die ein Schwammtuch fasst, ohne dass Pfützen entstehen oder die Säure beim hantieren mit dem Schwammtuch schon heraustropft.

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Aus dem Dosierbehälter wird die Säure dann gleichmäßig auf dem Schwammtuch verteilt.

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Auf dem Bild sind einige für mich wesentliche Einzelheiten zu erkennen, die nach meiner Auffassung den Königinnen und vielleicht auch vielen Larven das Leben retten, worauf aber bei den Beschreibungen auch in der oben erwähnen Fibel nicht ausdrücklich hingewiesen wird. Wesentlich ist, dass die Ameisensäure nicht mit einem starken Konzentrationsschub in die Stockluft gelangt. Das bringt die Bienen in Stress und d sie tun dies durch lautes Aufbrausen kund. Ich verwende die auf dem Bild gezeigten sogenannten Varroa-Konrollgitter, die eigentlich dazu erfunden wurden, um dem Milbenfall zu kontrollieren. So ungeeignet wie sie für den vorgesehenen Gebrauch sind, so nützlich sind sie für die hier beschriebene Anwendung. Ich lege die Gitter aber auch nicht direkt auf die Rähmchen sondern ich lege zwischen Rähmechn und Gitter noch dünne (ca. 10 mm starke) Leisten. Dadurch entsteht ein Luftraum über den Oberträgern so dass sich die Säuredämpfe gleichmäßig über die Rähmchenoberträger ausbreiten können bevor sie in die Wabengassen hinabsinken. Sobald die Ameisensäure aus dem Dosierbehälter (oder der Spritze - die Spritze verwendet man natürlich ohne Nadel!) auf dem Schwammtuch verteilt ist, lege ich den Boden des Varroagitters als Deckel oben auf, damit keine Bienen in unmittelbaren Kontakt mit der Ameisensäure kommen können. Bei dieser Vorgehensweise gibt es kein Aufbrausen und toi toi toi bisher auch noch keinbe Königinen verluste. Die Wirkung ist jedoch vorhanden.

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Da bei einer Behandlung immer etwas schief gehen kann, ist es unerlässlich den den Behandlungserfolg durch Einlegen einer Bodenwindel, die die ganze Bodenfläche überspannt, zu kontrollieren. In der Regel hat man nach drei Behandlungen im Abstand von 1 Woche (Wochenendimker) alle erreichbaren Milben erwischt. Nach drei Wochen ist auch auf jeden Fall ein kompletter Brutzyklus durch und garantiert auch die letzten Bienen aus den verdeckelten Brutzellen geschlüpft. Wenn allerdings nach der dritten Behandlung noch mehr als 5 Milben abgefallen sind sollte man sicherheitshalber noch eine vierte Behandlung anschließen. Auch wenn im Vergleich der Völker eines Standes unterienander gravierende Unterschiede auftreten, sollte man skeptisch sein und nach den Ursachen forschen, warum z.B. Nach der ersten Behandlung bei der Mehrzahl der Völker eine unzählbare Menge Milben auf der Windel liegen und bei einem Volk nur eine Handvoll.  

Ein Problem bei dieser Methode will ich allerdings nicht verschweigen: der Bienenkasten muß dazu geignet sein diesen erhöhten Aufbau zwischen Rähmchen und Deckel unterzubringen. Ich habe mir deswegen extra noch einen Kranz von 3cm Höhe gebastelt, den ich wie eine Zarge dazwischen setzte. Notfalls geht es aber auch mit einer halbhohen oder ganzen Honigraumzarge. dann würde ich aber den leeren Raum nach oben noch mit einem Brettchen oder einer Folie abdichten.   

 

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